Behandlungsformen
Bobath
Das Bobath - Konzept ist eine sehr wirksame physiotherapeutische Behandlungstechnik bei Patienten mit vorliegenden Störungen des zentralen Nervensystems, wie sie z.B. bei Schlaganfallpatienten häufig vorkommen. Hierbei steht die Wiederherstellung der normalen "automatischen" Haltungskontrolle im Vordergrund. Zusammen mit dem Physiotherapeuten erlernt der Patient das physiologische Bewegungsmuster neu und reduziert somit die häufig entstehenden spastischen Kompensationsmuster (Ersatzverhalten).
Cyriax
Die Methode nach Cyriax gehört zu den Manualtherapien und wird primär in der Orthopädie angewandt.
Ziel dieser Behandlungstechnik ist es, bei Erkrankungen des Bewegungsapparates die betroffene Struktur einwandfrei durch die Befunderhebung zu identifizieren und von anderen Strukturen, die ähnliche Beschwerden hervorrufen könnten, abzugrenzen. Strukturschäden findet man z.B. bei Störungen im Gelenkablauf, im Bereich der Gelenkkapseln, der Bänder, Schleimbeutel, Sehnen und Muskeln. Im Anschluss an die Befunderhebung erfolgt die lokalisationsbezogene Therapie nach Cyriax wie z.B. die Querfriktion des Sehnenansatzes zur Schmerzlinderung und Mobilisation.
Manuelle Therapie
Manuelle Therapie (Manus=Hand) wurde schon im 17. Jahrhundert in die Schulmedizin intergriert, hierbei wurde einiges aus den amerikanischen Chiropraktiker-Schluen übernommen. In den 60-gern gab es in Deutschland die ersten offiziellen Gesellschaften für MT.
Manuelle Therapie ist spezialisierter Bereich von Physiotherapeuten in dem die Funktionen von neuralen Strukturen, Gelenken und Muskeln behandelt werden. Hierbei werden auch andere Funktionen berücksichtigt (z.B. Durchblutung) und die psychosozialen Komponenten.
Zuerst wird ein Befund erhoben, in dem genau ausgetestet wird welche Strukturen betroffen sind, sowie die Vorgeschichte und evtl. weitere Erkrankungen erfragt werden.
Je nach Befund werden dann verschiedene Mobilisationstechniken angewendet. Diese werden in unterschiedlichen Intensitäten, auf den Patienten und den Befund abgestimmt, durchgeführt. Besonders geeignet ist die MT für Patienten mit Bewegungseinschränkungen im Gelenk- und Wirbelsäulenbereich.
PNF - Propriozeptive neuromuskuläre Fascilitation
Die Abkürzung PNF steht für das Zusammenspiel von Nerven, Muskulatur und der Gelenke des Körpers. Diese aktive Therapiemethode orientiert sich an der normalen motorischen Entwicklung des Menschen. Die Bewegungsmuster, genannt "Pattern" verlaufen diagonal und dreidimensional, sowie statisch und dynamisch. Zur Bewegungsstimulation werden durch den Therapeuten Reize wie z.B. Zug, Druck, Dehnung und Widerstand genutzt.
Die Auswahl und Durchführung der Pattern / Techniken richten sich immer nach der individuellen Situation des Patienten. Somit kann dieser seine Stärken erspüren und positiv motiviert werden.
Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion (CMD)
Unter CMD versteht man eine gestörte Zusammenarbeit der Zähne, der Kau- und Gesichtsmuskulatur, des Kiefergelenkes und der Halswirbelsäule.
Diese äußert sich sich z.B. durch
Die Verordnung der physiotherapeutischen Therapie erfolgt i.d.R durch Ihren behandelnden Zahnarzt.
Die Behandlung der CMD durch speziell geschulte Physiotherapeuten hat folgende Therapieziele:
- Wahrnehmung des Kauverhaltens
- Entspannung der Musk. im Gesichts- und Halswirbelsäulenbereich
- Ausgleich von musk. Ungleichgewichten
- Wärmeanwendung zur Durchblutungsverbesserung
- Schmerzlinderung
- Verbessern der Beweglichkeit durch Manuelle Therapie und Dehnübungen
- Erlernen von Eigenübungen
- Haltungskorrektur der Wirbelsäule
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